Heimatverein und Kirchengemeinde restaurieren das Eininghauser Wahrzeichen.

Seit 38 Jahren läutet die alte Eininghauser Glocke am Gröchten. Auch wenn der Turm stabil gebaut ist, hinterlassen Wind und Wetter ihre Spuren. Um das Wahrzeichen, dem der Abriss drohte, zu erhalten, begann der Heimatverein Eggetal jetzt mit aufwendigen Restaurierungsarbeiten.

Einige Arbeiten bei der Restaurierung werden von Mitgliedern des Heimatvereins ehrenamtlich ausgeführt. Dieter Koch, langjähriger Vorsitzender und seit vergangenem Jahr Ehrenmitglied des Heimatvereins, übernimmt die Malerarbeiten. "Für mich als Ruheständler ist das eine schöne Aufgabe", sagt er. Koch rechnet mit rund 25 Stunden, bis der Holzturm von oben bis unten lasiert ist.

"An einigen Stellen muss ich zwei- bis dreimal streichen", meint er. Das marode Reetdach des Turms wird von einem Handwerksbetrieb mit Zinkblech neu eingedeckt. "Wir freuen uns, dass die Firma Gerüstbau Meyer uns das Gerüst kostenlos zur Verfügung stellt. Auch die Speziallasur für das Holz müssen wir nicht bezahlen, denn sie wird von Michael Kohnert, dem Inhaber des Malergeschäfts Koch, gespendet", freut sich der Börninghauser.

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 Eingerüstet: Die Arbeiten am Turm dauern voraussichtlich bis Ende August.
Schon morgens dabei: Dieter Koch streicht den kompletten Holzturm mit Lasur. Fotos: Ingrun Waschneck

 

Wenn das Dach fertig ist und die Malerarbeiten abgeschlossen sind, werden weitere Mitglieder des Heimatvereins Hand anlegen und den Steinsockel aus Bruchsteinen reinigen und - bei Bedarf - auch reparieren. Abschließend wird der Sockel mit Platten fest abgedeckt.

"Die Gesamtkosten betragen rund 4.000 Euro, die sich die Kirche und der Heimatverein teilen", erklärt Dieter Koch. "Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, hält das erst mal ein paar Jahrzehnte." Dann kümmern sich die Mitglieder des Heimatvereins um weitere Projekte im Eggetal.

Die kleine Glocke hat schon einige Umzüge hinter sich. Nachdem sie im Jahr 1840 gegossen wurde, läutete sie zunächst in der alten Eininghauser Kapelle. Diese wurde vor über 110 Jahren aber abgerissen, weil keine Gelder für eine Renovierung zur Verfügung standen.

Die Glocke wanderte daraufhin in einen kleinen Turm auf der alten Eininghauser Schule. Als diese geschlossen wurde, gab es die Idee, die Glocke in einem Turm an der Börninghauser Friedhofskapelle zu verwenden. Bei einer geheimen Abstimmung 1972 im Eggetal war die Mehrheit jedoch dafür, sie wieder nach Eininghausen zu bringen. Auf dem Gröchten wurde der Holzturm errichtet und die Glocke fand dort ihren Platz.

Seit 1976 wird sie im Handbetrieb zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten und Silvester geläutet. Auch dient sie als Totenglocke für Eininghausen und Büscherheide, denn die alten Glocken der St.-Ulricus-Kirche waren in den Ortsteilen nicht mehr zu hören.

Ist jemand gestorben, wird am Tag vor der Beerdigung um zwölf Uhr 15 Minuten lang geläutet.