Der Verein zur Erhaltung der Burgruine Limberg will genauer wissen, was es mit der Schwedenschanze auf sich hat. Auf ihrer Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder einstimmig beschlossen, eine Probegrabung zu finanzieren.
Schon seit 2012 befasst sich der Limbergverein mit der Möglichkeit, die sogenannte „Schwedenschanze“ zu untersuchen. Man erhofft sich dadurch weitere Erkenntnisse über die Burganlage auf dem Limberg. Im März 2016 nahm ein dreiköpfiges Team der Uni Bochum geologische Untersuchungen vor. Dabei wurde eine ungewöhnliche Struktur im Bereich der angrenzenden Wiese entdeckt – laut Professor Jörg Renner von der Universität Bochum handle es sich um einen unterirdischen Ring mit einem Durchmesser von 15 Metern. Daraufhin hatten die Mitglieder des Limbergvereins schon im vergangenen Jahr beschlossen, eine Grabung zu veranlassen, die eigentlich im Herbst 2017 hätte erfolgen sollen. Aber: „Aus zeitlichen Gründen war die Maßnahme im Jahr 2017 nicht mehr möglich“, erläuterte jetzt Christian Streich, Geschäftsführer des Limbergvereins. Außerdem habe man die Entwicklung der Kassenlage des Vereins abwarten wollen, da für die Probegrabungen Kosten in Höhe von 500 Euro veranschlagt waren und im Geschäftsjahr 2017 noch weitere Ausgaben anstanden – vor allem die Dachsanierung des Limbergturmes (rund 8.600 Euro, die NW berichtete), die Anschaffung einer neuen Fahne und eines neuen Strahlers für den Limbergturm und die Feier des 35-jährigen Vereinsbestehens. Dank zweckgebundener Großspenden in Höhe von 6.500 Euro konnten diese Maßnahmen inzwischen umgesetzt werden und die Mitglieder sprachen sich nun dafür aus, als nächstes die Untersuchung der Schwedenschanze voranzutreiben. Sie beauftragten den Archäologen Otfried Ellger, der bereits die Grabungen am Limbergturm und in der St.-Ulricus-Kirche begleitet hat, die notwendigen denkmalrechtlichen Genehmigungen einzuholen. Nach Abstimmung mit der Grundstückseigentümerin und dem Pächter der Wiese könnten dann voraussichtlich im Sommer/Herbst2018 die Grabungen erfolgen, bei denen ein Minibagger zum Einsatz kommen soll.

 

cm limbergverein 2017

Der (erweiterte) Vorstand des Limbergvereins. Von links: Christian Streich, Uwe Ramsberg, Friedrich Helmig, Dieter Besserer, Siegfried Spanehl, Helmut Recker, Otfried Ellger, Marco Steiner, Marion Schwengel, Hartmann Wünsch, Joachim Carls, Christina Wendland, Conrad Bäumer, Ernst-August Schrewe.       Foto: Cornelia Müller

Außerdem beschlossen die Mitglieder des Limbergvereins, dass das Heiraten im Turm teurer werden soll: Bisher zahlten Brautpaare für die Nutzung eine Spende von 85 Euro an den Verein. Vom 1. Januar an soll der Betrag auf 100 Euro erhöht werden. „Das hält der Vorstand angesichts des Aufwandes für gerechtfertigt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass für eine Trauung z.B. im Haus des Gastes 202 Euro zu zahlen sind,“ sagte Christian Streich.

Für den aus eigenem Wunsch aus der Vorstandsarbeit ausscheidenden Wilhelm Deeke rückt nach einstimmiger Wahl Helmut Recker als Beisitzer nach. Rainer Höke und Klaus Brinkmeyer sind neue Kassenprüfer des Vereins.

 

INFO

Der Verein zur Erhaltung der Burgruine Limberg wurde 1982 auf Initiative des früheren Stadtdirektors Manfred Beermann gegründet.
Zurzeit hat der Limbergverein 68 Mitglieder.
Bisher wurden fast 290.000 Euro für Maßnahmen des Limbergvereins aufgewendet, wovon der Verein rund 100.000 Euro selbst getragen hat. Hinzu kommen ehrenamtliche Einsätze.
Seit Dezember 2009 können sich Brautpaare im Turm trauen lassen. Bisher machten 143 Paare von der Möglichkeit Gebrauch.

Die Burg wurde im Jahr 1319 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Turm wurde in den 1980er-Jahren vollständig saniert. Seit 1991 weht dort eine Fahne: Im November 2016 wurde die achte Fahne angeschafft. Kosten: Circa 300 Euro.