Eggetaler machen sich Sorgen um weitere öffentliche Gebäude / Vereine suchen nach Lösungen.

Die Eggetaler sind in großer Sorge. Nicht nur die Schließung der Grundschule betrübt sie, sondern auch die Frage, was mit weiteren öffentlichen Gebäuden wie der Sporthalle, der Feuerwache, der Kirche und dem Haus der Begegnung passieren könnte.

Um mögliche Vorgehensweisen zu besprechen, lud die Dorfgemeinschaft "Wir im Eggetal" am Dienstagabend Vereine und Institutionen in das Haus der Begegnung. "Wir stehen vor einem großen Umbruch", sagte Sven Becker, 2. Vorsitzender des Vereins "Wir im Eggetal". Die Aufgabe des Schulstandorts sei unabwendbar, aber "welche Konsequenzen sind für weitere öffentliche Gebäude zu befürchten?"

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Von Schließung bedroht?
Bei der Grundschule (unten rechts) ist ein Ende absehbar. Was allerdings mit der angrenzenden Turnhalle passiert, ist unklar. Die Eggetaler sorgen sich auch um die St.-Ulricus-Kirche (im Uhrzeigersinn) mit dem Gemeindehaus, die Feuerwache und das Haus der Begegnung.
Fotos: Ingrun Waschneck

Noch seien sie kostenfrei zu nutzen, die Grünanlagen würden vom Bauhof gepflegt, und auch die Instandhaltung sei gewährleistet. Aber wie lange noch? Im Fall einer Übernahme der Gebäude durch die einzelnen Vereine - wie von der Stadt in einem Gespräch schon angedeutet wurde - müssten die laufenden Kosten, die sich teilweise im fünfstelligen Bereich bewegen, aufgebracht werden.

"Die Betriebskosten für die Sporthalle liegen bei rund 12.500 Euro im Jahr, ohne Reinigung", sagte SV-Eggetal-Vorsitzender Frank Wübker. "Dafür müssten die Vereinsbeiträge erhöht werden, was den Austritt einiger Mitglieder zur Folge haben könnte. Aber wenn uns die Sporthalle abhanden kommt, was machen wir dann?"

Eine mögliche Idee sei es, eine "Eggetaler Immobiliengruppe" mit Vereinsvertretern und fachkundigen Bürgern zu bilden, regte Becker an. Die Gruppe könnte über die zukünftige Nutzung beraten und mit der Stadt Konditionen aushandeln.

Eine weitere Idee sei die Gründung einer Gesellschaft, die für die Immobilien zuständig sei und sie professionell verwalte. "In welcher Gesellschaftsform, beispielsweise als Genossenschaft, ist offen", erklärte Becker. Das alles seien nur Gedankenanstöße, die zeitnah von den betroffenen Vereinen diskutiert werden sollten, damit ein trägfähiges Konzept entstehen könne, betonte der zweite Vorsitzende.

Zu den Sorgenkindern gehört auch das Haus der Begegnung. "Hier haben wir viel Eigenleistung erbracht, der Heimatverein kann das Haus aber nicht allein übernehmen", sagte der 1. Vorsitzende Frank Bekemeier. "Wir suchen nach Wegen, wie wir die Dinge selbst auf den Weg bringen können", resümierte Jürgen Nenneker, Geschäftsführer von "Wir im Eggetal". 


 Gestern Abend: 15 Mandatsträger lehnten Antrag ab

Emotionen kochten hoch: Knapp 200 Eggetaler samt Nachwuchs machten gestern Abend ihrem Ärger bei der Ratssitzung in der Aula des Schulzentrums Luft. Begleitet von Zwischenrufen und nach einer Sitzungsunterbrechung hat der Rat den Antrag von Mike Schwarz abgelehnt, die Grundschule Börninghausen für das Schuljahr 2015/16 zu erhalten.

15 Ratsmitglieder stimmten für eine Schließung wie von der Verwaltung vorgeschlagen schon zum Sommer, sechs Mitglieder stimmten dagegen und drei Mandatsträger (aus dem Eggetal) enthielten sich. Mike Schwarz hatte zuvor 1.170 gesammelte Unterschriften für einen Aufschub der Schließung um ein Jahr an Bürgermeister Marko Steiner übergeben.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, betonten viele Ratsmitglieder. Herbert Weingärtner (CDU) bezeichnete es als die "bitterste Entscheidung, die wir zu treffen haben". Doch der Standort Börninghausen sei einfach nicht zu halten. Die CDU-Fraktion lehnte den Antrag ab. Auch der Großteil der SPD-Fraktion folgte dem Beschlussvorschlag. Jan Hendrik Maschke (SPD): "Die Zahlen sprechen leider eine deutliche Sprache".

Hannelore Lösche und Martin Schiegnitz (Grüne) hatten dafür plädiert, den Eltern noch ein Jahr Zeit zu geben, um nach freien Trägern zu suchen.

Schwarz sagte nach der Sitzung, die Eltern würden nicht aufgeben, für eine Schule im Ort zu kämpfen. Sie wollen sich an Ministerium und Petitionsausschuss des Landtags wenden. Man strebe weiter an, ab 2016 das Gebäude für eine Schule in freier Trägerschaft nutzen zu können.

Über eine endgültige Schulschließung entscheidet die Bezirksregierung Detmold.