Umgestaltung der Zuwegung zum Haus der Begegnung hat Priorität.

„Verbot für Fahrzeuge aller Art“: Dieses Schild steht am Ausgang des Parkplatzes am Haus der Begegnung, um Auto- und Fahrradfahrern den Weg zu versperren. Für Rollstuhlfahrer gilt das Schild eigentlich nicht – aber wer im Rolli sitzt, mit dem Rollator unterwegs ist oder einen Kinderwagen schiebt, hat trotzdem schlechte Karten, wenn er das Eggetaler Freizeitzentrum besuchen will. „Allein habe ich keine Möglichkeit hierherzukommen – auch nicht mit meinem Elektrorollstuhl. Auf dem Schotter rutschen die Räder weg oder blockieren. Es muss immer jemand mitkommen, um mich zu schieben.“ Und das sei bei dem grob geschotterten und unebenen Weg auf jeden Fall eine schweißtreibende Angelegenheit, für die der Helfer eine ganze Menge Kraft aufwenden müsse, sagt Alexandra Bastians. Deshalb hat sie sich bereits vor drei Jahren während der Planungsrunden für das Dorfinnenentwicklungskonzept für eine barrierefreie Umgestaltung des Geländes am Haus der Begegnung stark gemacht. Auch für die Dorfgemeinschaft Wir im Eggetal hat das Projekt höchste Priorität. Sie hat für die Stadt die Vorplanung übernommen, mit der ein Förderantrag bei der Bezirksregierung gestellt werden konnte. Mit Erfolg: Etwa 50 Prozent will die Bezirksregierung zuschießen, den Rest muss die Stadt Preußisch Oldendorf aufbringen, die dafür bereits 100.000 Euro in den Haushalt eingestellt hat. Die endgültige Entscheidung, ob das Projekt verwirklicht wird, soll in der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses am kommenden Dienstag (17.30 Uhr, Sitzungssaal im Rathaus) fallen. Die von der Bezirksregierung befürworteten Pläne sehen vor, dass die Zuwegung zum Gelände am Haus der Begegnung barrierefrei ausgebaut und der bislang eher provisorische Parkplatz befestigt wird. Außerdem sollen direkt neben dem Haus der Begegnung neue, behindertengerechte Parkplätze entstehen. „Nachdem die Grundschule geschlossen wurde, rückt das Haus der Begegnung immer mehr in den Mittelpunkt des Dorfes“, sagt Jürgen Nenneker. „In Zukunft wird alles hier stattfinden – da muss man auch vernünftig zu den Festlichkeiten herkommen können. Vor allem möchten wir, dass wirklich niemand ausgeschlossen ist, bloß weil er nicht so gut zu Fuß ist. Herr Heidemann von der Bezirksregierung hat uns bei der Überbringung der Förderzusage ja schon signalisiert, dass Preußisch Oldendorf eine der wenigen Gemeinden ist, die es überhaupt hinbekommen hat, eine förderfähige Maßnahme zu entwickeln. Auch die Motivation im Tal ist sehr groß, deshalb hoffen wir jetzt auf ein positives Zeichen vom Rat.“ Einen weiteren Zugang zum Haus der Begegnung von der Eggetaler Straße her hatte die Dorfgemeinschaft „Wir im Eggetal“ bereits vor einigen Monaten in Eigenleistung in Stand gesetzt. Allerdings befinden sich dort keine Parkplätze und das starke Gefälle entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben für barrierefreie Wege.

 

cm barrierefrei zum hdb 2016

Der Weg zum Haus der Begegnung ist für Rollstuhlfahrer ohne Hilfe nicht zu bewältigen. Die Dorfgemeinschaft „Wir im Eggetal“ setzt sich deshalb für eine barrierefreie Umgestaltung ein. Von links: Jürgen Nenneker, Alexandra Bastians, Horst Kirchhoff, Matthias Wessel. (Foto: Cornelia Müller)

 

(siehe auch: Westfalen-Blatt vom 16.09.2016)